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Die OSMA Werm GmbH hatte ihren Sitz seit 1931 in Frankfurt am Main. Nur während der Kriegsjahre waren die Firmenaktivitäten in das heimatliche Unterfranken verlegt worden. Erst 1995 wurde die erste Lagerhalle in Karsbach in Unterfranken gebaut und in den Folgejahren erweitert. Zur Expansion konnte 1999 zusätzlich im benachbarten Karlstadt ein Industriegebäudekomplex gemietet und später erworben werden, in welchen 2004 dann der Hauptsitz aus Frankfurt hin umgezogen wurde. 2015 wurde ein weiteres Grundstück in Karsbach gekauft. Das dort errichtete Logistikzentrum konnte 2021 als Zentrale bezogen werden.
Zu den Geschäftszweigen zählen unter anderem der Import und Export von Körperpflege- und Kosmetikprodukten, Haushalts und Reinigungsmitteln sowie Kleinpreis und Saisonartikeln. Besonders stark ausgeprägt ist das Aktionsgeschäft mit den Segmenten Saisondekoration für Weihnachten, Frühjahr & Ostern wie auch Geschenkverpackungen.
OSMA Werm erfährt einen Wandel in den Kundenprioritäten: vom reinen Fokus auf den Preis hin zu Verfügbarkeit, Service, Termintreue, Verlässlichkeit, langjährige Kundenbindung und Qualität. Auch eine hohe Flexibilität in Sachen Datenanbindung, Datenschnittstellen und Datenqualität fordern heute die großen Kunden ein.
Frank Werm, Geschäftsleitung OSMA Werm GmbH
Herr Werm, OSMA Werm ist ein Familienunternehmen, wie es im Buche steht. Stetiges Wachstum, vielfältige Kundengruppen, saisonale und zeitgeistgesteuerte Anpassungen des Sortiments – Stillstand gibt es bei Ihnen nicht. Wir freuen uns, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns Ihre Werte und Ihre DNA vorzustellen!
1. Der Erfolg kam nicht zuletzt durch eine starke Frau, Maria Werm, die das Schiff durch die extrem harten Zeiten während und nach dem Zweiten Weltkrieg steuerte. Die Geschäftsführung wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Wie sehr prägt die familiäre Kultur Ihren Betrieb?
Schon in meiner Schulzeit und während meiner Ausbildung habe ich sehr oft im elterlichen Betrieb gearbeitet. Unser Familienbetrieb war auch immer Teil unseres Familienlebens. Viele Jahre haben wir mit unseren Eltern zusammen den Betrieb geführt und gemeinsam gearbeitet. Dadurch besteht eine hohe Motivation, das Lebenswerk der letzten Generationen zu bewahren, ihre Werte zu sichern und unser Unternehmen mit der richtigen Balance aus Tradition und Fortschritt weiterzuführen.
2. Sie betreiben traditionell ein Multisortiments-Geschäft. Durch das Wegschmelzen der kleinen Nahversorger-Märkte hat sich Ihre Kundschaft verändert. Wie haben Sie sich neu aufgestellt?
Während der Pandemie haben wir unser Sortiment flexibel angepasst, viele Hygiene- und Reinigungsmittel mit ins Sortiment aufgenommen. Dies hat uns viele neue Kunden zusätzlich gebracht. Die Entwicklung in dieser Zeit verlief vorrangig vom Einzelhandel zum Großhandel. Es kamen neue Vertriebskanäle hinzu, aber auch eine höhere Anzahl von Exportkunden und Ländern, ebenso wie viele neue Kunden aus dem Bereich Onlinehandel.
3. Neben den Produkten bekannter Markenhersteller bieten Sie eine kundenindividuelle Drogerie-Eigenmarke an. Private Labels erfahren eine zunehmende Akzeptanz bei den Verbrauchenden. Wie beurteilen Sie die Relevanz Ihrer Eigenmarke?
Durch die Kombination von Marken-Drogeriewaren und unseren Eigenmarken zu Körperpflege- und Reinigungsmitteln ist unser Sortiment einzigartig aufgestellt. Das Portfolio unserer Eigenmarken ELINA, Marvita und CLEAN erweitert sich ständig, bei zunehmender Qualität. Neben der permanenten Weiterentwicklung unseres Warenangebots für den Preiseinstieg übernehmen
wir ebenso die Herstellung von Kunden-Eigenmarken, auch für Produkte aus dem Premiumbereich.
4. Kleinpreisartikel sind einer Ihrer Hauptgeschäftszweige. Wie haben sich die Bedürfnisse und die Wahrnehmung Ihrer Kundschaft in den letzten Jahren verändert? Sind Aktionswaren unter dem Label „billig“ immer noch Frequenzbringer?
Unsere Aktionswaren werden heute nicht mehr unter dem Label „billig“ geführt, denn die Kundenwahrnehmung richtet sich nach guter Qualität zu vernünftigen Preisen. Die Anzahl der Kunden, die ein Sortiment suchen für den Abverkauf zu einem Einheitspreis, wird zunehmend geringer. Heute suchen alle Arten von Kundengruppen bei uns Preiseinstiegsartikel aus allerlei
Warengruppen. Wir beliefern aktuell neben dem Einzelhandel ebenfalls Spezialisten aus dem Fachgroßhandel für Hygiene und Reinigungsmittel, genauso wie beispielsweise auch Zulieferer für Hilfsorganisationen und Justizvollzugsanstalten.
5. Sie sind auch auf Aktionswaren-Messen vertreten. Welchen Stellenwert haben diese Orte der Begegnung und des Vernetzens für Ihr Unternehmen in Zeiten der immer weniger werdenden Kontaktpunkte?
Wir spüren auf den Messen, dass die Kunden sich über die Möglichkeit der persönlichen Begegnung freuen. Besonders für unser Exportgeschäft ist es von großer Bedeutung, Präsenz zu zeigen und internationale Kontakte zu knüpfen. Zudem ist es uns wichtig, speziell unser Eigenmarken-Sortiment live zu präsentieren.
6. Ihre Produktpalette ist sehr breit gefächert. Sie handeln mit über 4.000 Artikeln aus vielen verschiedenen Warenbereichen. Welche Segmente haben in den letzten Jahren an Absatz und/ oder Umsatz zugelegt – und welche haben ihre besten Zeiten hinter sich?
Zunehmenden Erfolg verzeichnen wir im Bereich der Körperpflege und bei den Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln. Hier sehen wir Steigerungen in allen Bereichen: bei den Markenartikeln
und bei den Kleinpreisartikeln. Etwas Rückläufig sind Warengruppen wie Dekoration und Saisonartikel. Neben dem veränderten Konsumverhalten sowie der gebremsten Kauflust wegen Unsicherheit und negativer Verbraucherstimmung wachsen bei diesen Sortimenten die Konkurrenz und die Online-Angebote am stärksten.
7. Zum Export-Geschäft, welches einen hohen Stellenwert bei Ihnen einnimmt: Welche Rolle spielt die zunehmend unsichere Lage auf den internationalen Handelsmärkten? Spüren Sie Unsicherheit in Bezug auf die Jo-Jo-Politik der US-amerikanischen Regierung oder hinsichtlich der Krisenherde in Russland, China und dem Nahen Osten? Welchen Veränderungen unterliegt Ihr Geschäft dadurch?
Unser Portfolio an Exportländern ist aus der Pandemie heraus gestiegen, wir exportieren in über 50 Länder. Wir haben anteilig wenig Kunden in den USA, Asien sowie Russland, somit ist für uns die unsichere Lage eher unkritisch. Der europäische Handelsbereich – auch Großbritannien und Schweiz – konnte über die letzten Jahre konstant weiter ausgebaut werden.
8. Eine private Frage: Sie beschäftigen sich bereits seit Wochen intensiv mit der Oster-Aktionsware – tatsächlich steht allerdings Weihnachten kurz
bevor, mit Plätzchen, Glühwein und Lichterketten statt bunter Eier oder lustiger Häschen. Haben Sie überhaupt noch Lust auf die Saisons, obwohl Sie beruflich immer schon ein halbes Jahr voraus sind?
Es ist richtig, dass wir bereits seit August den Vorverkauf von unserem Ostersortiment 2026 abwickeln. Im Einkauf muss man heute schon ein Jahr im Voraus aktiv sein. Wir beschäftigen
uns aktuell schon mit dem Weihnachtssortiment 2026. Somit ist die vorweihnachtliche Stimmung schon vorhanden und ich freue mich privat auf die Weihnachtszeit mit meiner Familie.
9. Offen – gerne ein eigenes Thema ansprechen: Was ist Ihnen wichtig?
Für unser Familienunternehmen stehen die Menschen im Mittelpunkt. Unser langjähriger Erfolg beruht auf unseren engagierten und loyalen Mitarbeitern. Viele unserer über 50 Mitarbeiter
sind schon über 20 Jahre im Unternehmen, Rainer Mennig vom Team Markendrogeriewaren schon über 30 Jahre. Gerade in herausfordernden Zeiten sind die Mitarbeiter der Schlüssel für den Erfolg und eine aussichtsreiche Unternehmenszukunft.
Vielen Dank für dieses Interview!