Komplexe Herausforderungen für Getränkehandel

Mehrere Einflussfaktoren machen Händlern Druck.

Deutschlands Getränkefachgroßhändler stehen vor enormen Herausforderungen. Die andauernde Corona-Pandemie, Störungen der Lieferketten, fehlendes Personal und steigende Preise sind die am stärksten einwirkenden Kräfte. Seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine spitzt sich die Lage durch steigende Energie- und Kraftstoffpreise und verunsicherte Konsumenten weiter zu.

 

Sprachrohr der GFGHs: Der Bundesverband setzt sich ein.

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. (BV-GFGH) ist seit über 120 Jahren ein starker Partner für Gastronomie, Handel und Industrie und setzt sich für deren politische und wirtschaftliche Interessen auf nationaler und europäischer Ebene ein. Zudem informiert er seine Mitglieder über branchenspezifische und arbeitsrechtliche Themen. Der Verband übernimmt außerdem logistische Dienstleistungen und sorgt dadurch für eine große Getränkevielfalt im Einzelhandel. Da er zur Bündelung der Leergutströme beiträgt, ist er ein elementarer Bestandteil des deutschen Mehrwegsystems. Rund 500 mittelständische Unternehmen sind Mitglied im Bundesverband.

Nicht alle in der Branche sind gleich stark betroffen.

Der geschäftsführende Vorstand des BV-GFGH Dirk Reinsberg kennt die Sorgen der Branche. Während der Lockdowns erlitten vor allem die Fachhändler:innen, die sich auf die Belieferung von Gastronomien und Großveranstaltungen spezialisiert haben, große Umsatzeinbrüche. Ohne finanzielle Hilfen hätten diese die Pandemie nicht überstanden. Jedoch konnten die Händler:innen mit angeschlossenen Getränkefachmärkten oder einem Streckengeschäft deutlich zulegen, da sich der Konsum in die Privathaushalte verlagert hat. Seit Anfang des Jahres hat sich die Situation allerdings gedreht. Durch die hohen Kraftstoffpreise werden gerade die Händler belastet, die viele Kilometer zurücklegen. Dirk Reinsberg fordert daher Unterstützung von der Politik. Er hätte sich mehr als eine Anpassung der Energiesteuer gewünscht. Eine Art Sonderentlastung für den Gewerbediesel hätte den Unternehmen seiner Meinung nach deutlich mehr geholfen.

Kraftstoffpreise unterliegen starken Schwankungen. Steigen diese ohne Stützung durch die Politik, sind Existenzen gefährdet. Logistikdienstleistungen werden deutlich teurer. Der Mangel an LKW-Fahrern befeuert das Problem zusätzlich. Hohe Krankenstände in allen Ebenen der Lieferketten belasten die Unternehmen. Durch den Angriffskrieg auf die Ukraine fehlen zudem viele osteuropäische Fahrer. Generell ist die Gewinnung von Personal für Getränkelogistiker ein großes Problem. Der Vorstand des Bundesverbandes fordert von der Politik Anreizsysteme, um den Beruf des LKW-Fahrers attraktiver zu gestalten. Die Anhebung des Mindestlohns im Oktober 2022 auf zwölf Euro ist zwar ein erster Schritt, allerdings reiche dies nicht aus.

Düsterer Blick in die Zukunft: Flexibilität ist gefragt.

Dirk Reinsberg prognostiziert der Branche auch weiterhin unsichere Zeiten. Die entscheidende Stellschraube seien die Energiekosten. Er appelliert daher an den Bund, kurzfristige Entlastungspakete für Verbraucher:innen und Unternehmen auf den Weg zu bringen, falls es zu weiteren Preissteigerungen kommt. Die Erkenntnis, dass Verbraucher:innen in einer Krise zuerst ihre Freizeitaktivitäten reduzieren, ist nicht neu. Restaurantbesuche werden zuerst dran glauben müssen, was wiederum zu weniger Umsatz im Streckengeschäft führen wird.

Aber auch der Handel muss akzeptieren, dass die Preise für Dienstleistungen und Waren deutlich schwanken können. Jahresgespräche, bei denen Preise für länger als ein Jahr vereinbart werden, wird es seltener geben. Außerdem vermutet Reinsberg, dass Preisgleitklauseln Standard werden, sodass Preissteigerungen schneller weiterbelastet werden können.

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels hat die Notlage der Branche erkannt und erarbeitet Lösungskonzepte, um die Händler:innen in dieser angespannten Situation mit all ihren Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen.

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