FESTLICHE TRADITIONEN

    Rund um den Globus.

    Ob Gänsebraten, Fondue oder Würstchen mit Kartoffelsalat – das deutsche Festtagsessen hat eine lange Tradition. Doch haben Sie sich schon mal gefragt, was weltweit an Weihnachten auf den Tisch
    kommt? Wir haben uns, wie einst Christoph Columbus, auf Entdeckungsreise begeben und einige Länder sowie ihre traditionellen Festtagsgerichte genauer unter die Lupe genommen. Für mehr Abwechslung an Weihnachten haben wir passende Klassiker herausgesucht und nehmen Sie mit auf eine kulinarische Reise.

     

    Island - Natur pur und kleine Trolle

    Wir begeben uns in ein Land, das Reisende mit seiner Natur begeistert: Island. Egal, ob Vulkane, Geysire oder heiße Quellen – das Eiland im Nordatlantik bietet eine atemberaubende Landschaft. In Island wird die Weihnachtszeit sowohl durch den christlichen Glauben als auch durch die traditionelle Mythologie bestimmt. In den 13 Tagen vor Weihnachten besuchen
    die „Jólasveinar“ (Weihnachtstrolle) die Einheimischen. Täglich bis zum 24. Dezember taucht je ein Weihnachtstroll aus den Bergen auf. Das traditionelle Weihnachtsessen besteht häufig aus Lachs oder Forellen. Niemals fehlen darf das Laufabrauð, bekannt als Schneeflockenbrot. Das Laufabrauð ist ein hauchdünnes, in Öl gebackenes Weißbrot, in das kreative
    weihnachtliche Muster hineingeschnitten werden.

    Zutaten:

    • 300 g Mehl
    • ½ TL Salz
    • ½ TL Backpulver
    • 1 TL Zucker
    • 25 g Butter
    • 250 ml Milch
    • Kokosfett

    Zubereitung:

    1. Mehl, Salz, Zucker, Backpulver miteinander vermischen. 
    2. Die Milch zum Kochen bringen und die Butter in der heißen Milch schmelzen lassen. Daraufhin die Zutaten zum Teig geben. 
    3. Den Teig zum Abkühlen ungefähr 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
    4. Im nächsten Schritt den Teig ausrollen. Vorsicht: Er darf nicht zu dünn werden, sonst reißt er. Um die perfekte Kreisform des Laufabrauð zu schaffen, kann eine Schablone zum Ausstechen zu Hilfe genommen werden.
    5. Dann Muster in das Laufabrauð schneiden. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Tipp: Viel Mehl unter und auf das Laufabrauð legen, damit der Teig nicht klebt.
    6. Abschließend die fertigen Brote in Kokosfett frittieren. Das Laufabrauð kann mit beliebigen Beilagen serviert werden.

    Verði þér að góðu!
    (Guten Appetit!)

     

    Brasilien - Schönes aus der Luft

    Unsere Reise geht weiter nach Südamerika. Das Land besitzt mit dem Amazonas den wasserreichsten Fluss der Welt und den größten noch verbliebenen Regenwald. Dort landet der Weihnachtsmann („Papai Noel“) mit einem Helikopter im Fußballstadion Maracanã. Während Papai Noel die Geschenke verteilt, genießen die ca. 75.000 Besuchenden das bunte Feuerwerk. Im Gegensatz zu Deutschland feiern die Einheimischen Weihnachten im Sommer; den ersten Feiertag verbringen sie mit befreundeten Personen und der Nachbarschaft
    am Strand. Am Heiligabend wird das sogenannte „Ceia de Natal“, das Weihnachtsessen, aufgetischt. Traditionell servieren die Einheimischen den mit „Farofa“ gefüllten Truthahn. Farofa ist eine Speise aus Maniokmehl, Oliven, Speck, Zwiebeln, Knoblauch und Eiern. Dazu gibt es Reis oder Kartoffelsalat.

    Zutaten:

    • 3 reife Banana Pratas
    • 250 g geröstetes Maniokmehl
    • 1 EL Butter
    • 1 EL Speiseöl
    • ½ Zwiebel
    • Petersilie
    • Salz

    Zubereitung:

    1. Die halbe Zwiebel in Würfel schneiden und diese in Öl und Butter dünsten, bis sie glasig sind.
    2. Bananen schälen, in kleine Stücke schneiden und zu den Zwiebeln geben. Vorsichtig umrühren und so lange dünsten, bis die Bananen goldfarben erscheinen.
    3. Jetzt nach und nach unter ständigem Rühren das geröstete Maniokmehl hinzugeben. Mit Petersilie und Salz abschmecken.

    Bom apetite!

     

    Philippinen - Das längste und süßeste Weihnachtsfest der Welt

    Der nächste Halt unserer Entdeckungsreise ist der größte Kontinent der Welt: Asien. Dort leben überwiegend Menschen, die dem buddhistischen Glauben angehören. Trotzdem liegt auch hier Weihnachten in der Luft – und das ganz im Zeichen der Liebe. Denn die Philippinen sind das einzige asiatische Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung einer christlichen Glaubensgemeinschaft angehört. Dort gibt es die weltweit längste Weihnachtszeit. Dieser Zeitraum namens „ber“ beginnt im September und endet im Januar. Heiligabend feiern die Einheimischen mit der Mitternachtsmesse und dem Noche-Buena-Fest bei tropischem Wetter. Vor und nach der Messe essen die Familien gemeinsam die traditionellen Weihnachtsspeisen: Schinken mit einer Kruste aus braunem Zucker oder „Queso de Bola“, ein runder Edamer mit einer roten Wachsschicht. Beliebt ist auch „puto bumbong“, ein violett gefärbter Klebreis, der in Bambusrohren gedünstet und mit Butter sowie Kokosraspeln garniert wird. Als Getränke werden heiße, dickflüssige Trinkschokolade (tsokolate), Bier oder Wein gereicht.

    Ghana - Kugeln am Mango-Baum

    Wird in Afrika auch Weihnachten gefeiert?
    Ja – und die Bräuche sind teilweise gar nicht so anders als in Deutschland, denn auch in Afrika ist das Christentum die verbreitetste Religion. 

    Wir begeben uns in eine Kultur, die von gastfreundlichen Menschen und von rhythmischer Musik geprägt ist: Ghana. Kurz vor Ende der Kakaoernte beginnt dort die Weihnachtssaison am ersten Advent. Davor dekorieren die Einheimischen ihre Häuser und Höfe festlich. Laternen, Kerzen und funkelnder Schmuck sorgen für leuchtende Städte und Dörfer.

    Das Weihnachtsfest feiert die Bevölkerung Ghanas vom 24. bis 26. Dezember. Dazu kehren die Arbeitenden aus der Stadt zu ihren Familien auf dem Land zurück. Am Heiligabend
    kommen die Gemeinden zusammen, um einen bis in die Nacht andauernden Gottesdienst abzuhalten, welcher von traditioneller Trommelmusik begleitet wird. Erst nach der zweiten Messe am 25. Dezember finden sich die Familien in ihrem Zuhause zusammen, um gemeinsam zu essen. Das traditionelle Weihnachtsessen besteht aus scharfem Reis, Hühner- oder Ziegenfleisch sowie Fufu, welches aus der Yamswurzel produziert wird.

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