Entwicklungen im Saftbereich.

Wirbelstürme, verwüstete Anbaugebiete in Florida, lodernde Feuer in Kalifornien, extrem trockene Erde in Mittel- und Südamerika, heftige Unwetter und Naturkatastrophen in der ganzen Welt. Nahezu täglich werden wir mit solchen Bildern konfrontiert. Doch was hat das mit unserem Saftkonsum zu tun? Die Deutschen trinken seit Jahren fast nur Orangen- und Apfelsaft. Und das sollte aus ökologischer Sicht doch kein Problem sein, oder? Weit gefehlt. Sonnengereifte Orangen kommen heutzutage nicht mehr aus Spanien, sondern wachsen überwiegend in Süd- und Mittelamerika. Das Konzentrat für unseren absoluten Liebling, den Apfelsaft, hat sogar eine noch weitere Anreise: Es wird aus China importiert. Und Kurkuma-, Guave-, Kaktus- oder Lycheepflanzen wachsen auch nicht auf deutschen Plantagen.

Bereits in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sich kluge Köpfe Gedanken um geringere Transportkosten und eine effizientere Lieferung gemacht. Zu diesem Zweck wurde das Saft-Konzentrat erfunden. Nachhaltiger Warentransport ist nach wie vor ein bedeutsames Thema, wobei heutzutage nicht mehr nur die Einsparung von Anbau- und Transportkosten, sondern vor allem der Umweltschutz im Fokus stehen, wie z. B. der regionale Anbau und die dadurch kürzeren Transportwege.

Für Saftproduzenten ist der Umgang mit den Ressourcen nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Herkunftsländern der Früchte ein wichtiger Faktor: Sie setzen sich intensiv mit den Anbaubedingungen auseinander, analysieren Bewässerungs- und Brunnensysteme und begutachten den Umgang mit chemischen Pflanzenschutzmitteln kritisch.

Mit gutem Beispiel vorangehen
Als positives Beispiel ist beckers bester zu nennen. Das Unternehmen agiert bereits seit Jahren nachhaltig und seit Anfang 2020 sind alle hergestellten beckers bester Produkte als vollständig klimaneutral zertifiziert. Mit dieser Leistung steht der Hersteller auf dem Ökologie-Treppchen zwar nicht allein an der Spitze, aber er ist unter den Großen in dieser Hinsicht am fortschrittlichsten.

Um Klimaneutralität für die Produkte zu erreichen, wurden zunächst alle Emissionen, die bei der Produktion anfallen, ermittelt. Neben der Reduktion von Emissionen in Deutschland hat beckers bester unter anderem die Klimaneutralität durch die Unterstützung des Waldschutzprojektes „Jarí“ im brasilianischen Bundesstaat Pará erreicht. Denn ein Großteil der Rohware für die Säfte stammt aus der Heimat des Sambas. Während der 30 Jahre dauernden Projektlaufzeit dürfen im Tal der Jarí keine bestandsgefährdenden Rodungen oder Abholzungen durchgeführt werden. Die Wälder auf den Projektflächen werden ökologisch bewirtschaftet und es entstehen diverse Kooperationen zur Kultivierung verschiedener Nutzpflanzen innerhalb des Waldes. Denn die betroffenen Familien in der Region werden in die Waldschutzprojektmaßnahmen einbezogen und erhalten nachhaltige Arbeitsplätze. Außerdem werden die Obstbauern in Themen wie Landwirtschaft, Management von Waldressourcen sowie der Herstellung und Vermarktung von Produkten geschult. All diese Maßnahmen tragen zum Erhalt und Schutz der bedrohten Tierund Pflanzenarten bei und schaffen langfristige Einkommensperspektiven für die Plantagenbesitzer.

Nachhaltiger Obstanbau in Deutschland
Doch das Obst für unsere Säfte stammt nicht ausschließlich aus fernen Ländern. Viele Produzenten nutzen und unterstützen den regionalen Anbau. Mittlerweile findet man häufig das Wort „Streuobst“ auf Saftetiketten. Aber was bedeutet der Begriff genau?

Streuobstwiesen zeichnen sich dadurch aus, dass die Bäume unterschiedlichen Alters nicht streng in Reih und Glied nebeneinanderstehen, sondern willkürlich verteilt sind. Außerdem werden auf den Wiesen keine Monokulturen angebaut, sondern verschiedene Sorten von Apfel-, Birnen-, Mirabellen- oder auch Kirschbäumen. Zudem dürfen keine synthetischen Pestizide und Dünger verwendet werden.
In den letzten Jahren haben immer mehr Produzenten und Kosumenten den Mehrwert dieser natürlicheren Anbauweise erkannt, sodass die Auswahl an Säften und Schorlen, die auf diese Art hergestellt werden, deutlich gewachsen ist. 

Alternativ dazu bieten viele Safthersteller inzwischen ehemals vergessene Obst- und Gemüsesorten an, die aus der Mottenkiste herausgeholt und entstaubt wurden. Sanddorn, Mirabelle, Johannisbeere, Sauerkirsche oder Rhabarber sind nicht nur reine Vitaminbomben, sondern sie werden auch in Deutschland und Nordeuropa angebaut und haben dadurch keine langen Transportwege. Sanddorn z. B. enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Johannisbeeren und Sauerkirschen stecken voll mit Antioxidantien. Rhabarber und Mirabellen können ebenfalls mit Vitamin C, Kalium und Magnesium punkten. Auch als Schorle schmecken die „alten Schätzchen“ sehr erfrischend. Wer da noch ausschließlich zu Saft made in China greift, ist selber schuld.

Konzentrat – günstiger, aber nicht unbedingt schlechter
Die meisten Säfte werden aus Konzentrat hergestellt. Denn Fruchtsaft besteht bis zu 90 % aus Wasser. Das bedeutet, dass 90 % des Lagerplatzes für Wasser aufgebracht werden. Aus diesem wurde in den 20er-Jahren das Konzentrat erfunden. Da viele Früchte, die für die Verarbeitung zu Saft benötigt werden, nicht aus Deutschland stammen und somit weite Transportwege in Kauf genommen werden müssen, wird die gewonnene Flüssigkeit aus Kostengründen auf ein Sechstel ihres ursprünglichen Volumens eingedickt. Neben der Flüssigkeit werden allerdings auch die natürlichen Aromen entzogen. Diese werden getrennt vom Konzentrat tiefgekühlt gelagert. Im Bestimmungsland werden Konzentrat
und Aromen wieder zusammengeführt.

Direktsaft – von der Presse in die Flasche
Beim Direktsaft wird darauf verzichtet, dem Getränk zwischendurch das Wasser zu entziehen. Nach dem Filtern wird der Direktsaft pasteurisiert und abgefüllt. Es ist den Herstellern heutzutage nicht mehr erlaubt, natürliche Aromen, Zucker oder Konservierungsstoffe zuzusetzen.
Der Zusatz „Direktsaft“ ist eine freiwillige Angabe, d. h. die Hersteller müssen ihn, anders als beim Konzentrat, nicht zwingend auf das Etikett drucken, nutzen ihn aber gerne als Verkaufsargument, weil viele Kunden Direktsaft als qualitativ hochwertiger ansehen. Doch das ist nicht zwingend der Fall. Studien belegen, dass Konzentrate nicht von geringerer Qualität als Direktsäfte sind. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.

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